Satzungsgemäß hat die DGfS zwei Forschungsstellen in Hamburg und in Frankfurt, die im Folgenden vorgestellt werden.

Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Das Institut für Sexualforschung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf wurde 1959 von Bürger-Prinz gegründet. Das Institut wurde von 1959 bis 1970 von Hans Giese geleitet. 1972 wurde das Institut mit Unterstützung des damaligen Präsidenten der Universität Hamburg Peter Fischer-Appelt in die Abteilung für Sexualforschung der Psychiatrischen und Nervenklinik umgewandelt. Damit wurde das Fach Sexualwissenschaft erstmalig in der Bundesrepublik durch eine universitäre Einrichtung vertreten. 1979 richtete die Abteilung gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Gesundheit eine „Sexualberatungsstelle“ als Modellprojekt ein, das die klinischen Forschungsergebnisse der Abteilung auch durch Mediatorenarbeit der Praxis nutzbar machen sollte. 1986 übernahm die Universität das Modellprojekt als dauerhafte Einrichtung der Abteilung für Sexualforschung. Von 1984 bis zu seinem Tod 1991 war Eberhardt Schorsch der Direktor der Abteilung, 1995 hat Wolfgang Berner dieses Amt bis zu seiner Eremitierung Ende März 2010 übernommen. 2002 wurde die Abteilung umbenannt in Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie. Seit dem 01.April 2010 ist Peer Briken Direktor des Institutes. Am Hamburger Institut wird heute ein umfangreiches Lehrangebot für MedizinerInnen, PsychologInnen und HörerInnen anderer Fachbereiche angeboten. Für PsychologInnen und SoziologInnen besteht die Möglichkeit, Sexualwissenschaft als Nebenfach / im freien Wahlbereich zu studieren.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschungsstelle sind heute neben ihrer psychotherapeutischen und wissenschaftlichen Arbeit als GutachterInnen für Behörden und Gerichte tätig, vor allem bei Fragen im Zusammenhang mit Sexualstraftaten und der Anwendung des Transsexuellengesetzes.

Sexualmedizinische Ambulanz und die Sexualwissenschaftliche Bibliothek der Universität Frankfurt a.M.

Zu unserer großen Besorgnis wurden die Sexualmedizinische Ambulanz und die Sexualwissenschaftliche Bibliothek der Universität Frankfurt a.M. geschlossen. Da an der Situation in Frankfurt gegenwärtig vieles noch ungeklärt ist, werden wir an dieser Stelle erst in einigen Wochen nähere Informationen geben können.

Die Sexualmedizinische Ambulanz und die Sexualwissenschaftliche Bibliothek in Frankfurt waren bis Oktober 2006 Teil des Frankfurter Instituts für Sexualwissenschaft des Universtitätsklinikums Frankfurt am Main. Seitdem gehörten sie zur Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Das Institut für Sexualwissenschaft wurde 1973 gegründet und seitdem von Prof. Dr. Volkmar Sigusch geleitet (Stellvertretender Leiter: Prof. Dr. Martin Dannecker). Dr. Sophinette Becker kam 1989 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Institut, seit 1996 ist sie leitende Psychologin der Sexualmedizinischen Ambulanz. 2006 beschloss der Fachbereichsrat des Fachbereichs Medizin, das Institut für Sexualwissenschaft nach der Pensionierung von Prof. Dr. Sigusch nicht mehr als eigenständige Einrichtung weiterzuführen, sondern als Schwerpunktprofessur dem Zentrum für Psychiatrie zuzuordnen; die Besetzung der Professur steht bis heute aus.