Sexualmedizinische Weiterbildung

Die Fortbildung „Sexualmedizin“ der DGfS umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Erkennung sexueller Störungen und der Störungen der Geschlechtsidentität sowie die Indikationskompetenz für psychotherapeutische, medikamentöse oder invasive Behandlungen. Dies beinhaltet auch die Bewertung von Art und Umfang der körperlichen und psychischen Beeinträchtigung, die durch psychosoziale Faktoren und Belastungsreaktionen mit bedingt sind.

1. Fortbildungsziel

Ziel der Fortbildung ist die Erlangung fachlicher Kompetenz in Sexualmedizin nach Ableistung der im Curriculum vorgeschriebenen Fortbildungszeit und Fortbildungsinhalte. Voraussetzung zum Erwerb des ankündigungsfähigen Fortbildungsnachweises Sexualmedizin (DGfS) ist eine Facharztanerkennung (Gynäkologie, Urologie, Allgemeinmedizin, Interne Medizin, Dermatologie, Andrologie, u.a.)

2. Fortbildungszeit

140 Stunden Theorie (2×70 Stunden curriculär) gemäß §4 Abs 8 WBO. Die Fortbildung findet unter Anleitung eines(r) von der DGfS Befugten statt

3. Fortbildungsinhalte

3.1. Wissen

  • Kenntnisse über psychotherapeutische und organmedizinische Behandlungsmöglichkeiten bei Störungen der sexuellen Funktion, der sexuellen Präferenz und Störungen der Geschlechtsidentität und entsprechende Überweisungskompetenz
  • Diagnostik und Indikationsstellung für psychotherapeutische Behandlungen/ Interventionen bei sexuellen Störungen und Störungen der Geschlechtsidentität (Transsexualität und Intersexualität)
  • fachgebundene somatische Behandlung von sexuellen Störungen und Störungen der Geschlechtsidentität (Transsexualität und Intersexualität)
  • Kenntnisse über Zusammenhänge zwischen Störungen der Sexualität und organischen Erkrankungen
  • Kenntnisse über Zusammenhänge zwischen Störungen der Sexualität im Zusammenhang mit operativen Eingriffen
  • Kenntnisse über Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten im Bereich der Sexualität
  • Kenntnisse über sexuelle Störungen im Zusammenhang mit Reproduktion und reproduktionsmedizinischen Maßnahmen
  • Kenntnisse über rechtliche Aspekte bei der Behandlung von Störungen der Geschlechtsidentität, sexueller Devianz, sexueller Traumatisierung

3.2. Erlangen von Fertigkeiten

  • Erheben einer Sexualanamnese
  • Verbalisieren sexueller Verhaltensweisen, Erfahrungen, Probleme und genitalphysiologische Reaktionen
  • Beratung bei Störungen der Sexualität, Störungen der Geschlechtsidentität und Problemen in Folge sexueller Traumatisierungen
  • Überweisungskompetenz
  • Einleitung und Koordination notwendiger weiterer somatischer Behandlungen
  • Koordination notwendiger sozialtherapeutischer Maßnahmen insbesondere auch in Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und Selbsthilfeorganisationen
  • Diagnostik und fachgruppenspezifische Behandlung sexuell bedingter und mit bedingter Erkrankungen und Funktionsstörungen auf somatischer Ebene