Leitlinienentwicklung

Leitlinienentwicklung Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie

Die deutschen „Standards zur Behandlung und Begutachtung von Transsexuellen“ aus dem Jahr 1997 (Becker et al. 1997) können sowohl vor dem Hintergrund der 7. “Standards of Care” der WPATH als auch nach Maßgabe der jüngsten Urteile des Bundesverfassungsgerichts als veraltet gelten. Angeregt durch eine Anfrage des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen hat die DGfS die Initiative ergriffen und Vertreter_innen unterschiedlicher Fachgesellschaften zu einer gemeinsamen Arbeitsgruppe „Leitlinienentwicklung Geschlechtsdysphorie“ eingeladen. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Bernhard Strauß (Jena) und Dr. Timo O. Nieder (Hamburg) verfolgt die Arbeitsgruppe das Ziel, eine methodisch hochwertige Leitlinie nach den Vorgaben der AWMF zu entwickeln.

Nach einer systematischen Literaturrecherche, die im Jahr 2015 abgeschlossen werden konnte, wurden im Zuge der Evidenzbewertung der vorliegenden Literatur Behandlungsempfehlungen entwickelt. Im März, Juli und November 2016 fanden in Berlin drei Konsensuskonferenzen statt, an der die stimmberechtigten Mitglieder der Leitliniengruppe (siehe: Beteiligte Personen) teilgenommen und über den Entwurf der Leitlinie diskutiert haben. Die evidenzbasierten Statements wurden konsentiert und um konsensbasierte Behandlungsempfehlungen ergänzt. Über die Empfehlungen abgestimmt wurde im Zuge eines formalen Konsensusverfahrens, dem nominalen Gruppenprozess. Methodisch unterstützt wurde die Konsentierung von einer in Sachen Leitlinienentwicklung erfahrenen Mitarbeiterin der AWMF (Frau Dr. Muche-Borowski, MPH).

Mit Hilfe des Delphi-Verfahrens wurden die letzten Empfehlungen Anfang 2017 im E-Mail-Umlaufverfahren abgestimmt und im Rahmen einer telefonischen Konsensuskonferenz im Februar konsentiert. Der formale Konsensusprozess konnte somit im Februar 2017 abgeschlossen werden.

Ansprechpartner

Dr. Timo O. Nieder
Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistraße 52
20246 Hamburg

Kontakt

Informationen zur Leitlinienentwicklung

Die Leitlinie orientiert sich an den Kriterien der Diagnose Gender Dysphoria aus der fünften Auflage des von der American Psychiatric Association (APA 2013) herausgegebenen Klassifikationssystems, dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM).

Ziel der Leitlinie

Die Leitlinienentwicklung verfolgt  das Ziel dazu beizutragen, dass sich ein Zuwachs an medizinischer Entscheidungssicherheit und Schutz vor willkürlicher Behandlung etabliert, dass die Flexibilität unter Bezugnahme auf individuelle und situative Bedürfnisse im Behandlungsprozess zunimmt und dass sich ein Klima des Vertrauens zwischen den Behandlungssuchenden und den Akteuren der Gesundheitsversorgung entwickelt.

Stufenklassifikation

Die Leitlinie Geschlechtsdysphorie soll nach dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) die Anforderungen einer S3-Leitlinie erfüllen. Die Leitlinienentwicklung basiert somit auf drei wesentlichen Elementen, nämlich der systematischen Evidenzbasierung, der Repräsentativität des Leitliniengremiums und der strukturierte Konsensfindung.

Beteiligung von Interessensgruppen

Im Anschluss an erfolglose Versuche, offizielle Trans*-Vertreter_innen zu beteiligen, wurde innerhalb der Leitliniengruppe beschlossen, sowohl zwei für den Trans*-Bereich nicht-repräsentative Trans*-Personen stimmberechtigt zu beteiligen als auch ein System möglichst repräsentativer Anhörungen von Vertreter_innen der bestehenden Selbsthilfegruppen einzuführen. Das Ergebnis der Anhörungen wurde innerhalb der Leitliniengruppe diskutiert und findet Eingang in die Entwicklung der klinisch-relevanten Fragestellungen

Weiterer Verlauf (Literaturrecherche, Evidenzbewertung und Konsensverfahren)

Um den weiteren Verlauf der Leitlinienentwicklung zu vereinfachen und zu strukturieren wurde eine Steuergruppe gegründet, deren Aufgabe aus einer systematischen Literaturrecherche, der dokumentierten Auswahl der empirischen Literatur und der Bewertung der Evidenz besteht. Die Literaturrecherche wird nach dem von der AWMF vorgegebenen Verfahren durchgeführt (s. Deutsches Cochrane-Zentrum: www.cochrane.de). Gesucht wird in elektronischen Datenbanken wie MedlineEmbase, der Cochrane Library, PsycInfo und Weiteren.

Beteiligte Fachgesellschaften und Berufsverbände

Die Leitlinienentwicklung wird federführend von der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung begleitet; insgesamt sind 13 Fachgesellschaften und drei Berufsverbände am Prozess beteiligt.

Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS)

Die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung wurde 1950 auf Initiative von Hans Giese mit dem Ziel gegründet, die Sexualwissenschaft in Forschung, Lehre und Praxis zu fördern. Sie ist nicht nur die älteste, sondern auch die größte deutsche Fachgesellschaft für Sexualwissenschaft. (Homepage)

Deutsche Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft (DGSMTW)

Ziel der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft ist die interdisziplinär ausgerichtete Förderung von sexualmedizinischer / sexualtherapeutischer Forschung und Lehre, Prävention, Beratung und Behandlung sowie die berufliche Fort- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen und Angehörigen anderer akademischer Berufsgruppen in Sexualmedizin / Sexualtherapie. (Homepage)

Gesellschaft für Sexualwissenschaft (GSW)

In der GSW haben sich sexuologisch Tätige aus Medizin, Psychologie, Soziologie, Pädagogik und anderen Wissenschaften zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist die Pflege der Sexualwissenschaft in Forschung, Lehre und Praxis einschließlich der Sexualberatung sowie die Verbreitung sexual-wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die GSW sieht eine besondere Aufgabe in der Förderung interdisziplinärer und interinstitutioneller Kommunikation und Kooperation, sowie der Zusammenarbeit ost- und westdeutscher Institutionen im Rahmen eines zusammenwachsenden Europa. (Homepage)

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (Referat Sexualmedizin und Referat Sexuelle Orientierung in Psychiatrie und Psychotherapie)

Wesentliches Anliegen des Referats Sexualmedizin ist es, das Interesse und die Kenntnisse von Psychiatern, Nervenärzten und ärztlichen Psychotherapeuten auf dem Gebiet der Sexualforschung, Sexualmedizin und Sexualtherapie zu fördern.

Wesentliches Anliegen des Referats Sexuelle Orientierung in Psychiatrie und Psychotherapie ist es, wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema sexuelle Orientierung zu fördern, Empfehlungen zu entwickeln und gesichertes Wissen in Aus-, Fort- und Weiterbildungen zu vermitteln. (Homepage)

Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM)

Das Deutsche Kollegium für Psychosomatische Medizin will alle in der Psychosomatik engagierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zusammenführen. Es bietet ein Forum für den Austausch klinischer Erfahrungen und wissenschaftlicher Forschungsergebnisse und fördert zugleich die Weiter- und Fortbildung in allen Bereichen der psychosomatischen Medizin. (Homepage)

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM)

Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie ist mit etwa 1.500 Mitgliedern die größte Fachgesellschaft für  psychosomatisch und psychotherapeutisch tätige Ärzte in Deutschland. Sie ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, d.h. sie vertritt die wissenschaftliche Weiterentwicklung des Fachgebietes wie auch die berufspolitischen Interessen ihrer Mitglieder. (Homepage)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP)

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie vereinigt die auf dem Gebiet der Medizinischen Psychologie tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das Fach in Lehre, Forschung und Krankenversorgung vertreten. (Homepage)

Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT)

Die DGPT ist der Spitzenverband der psychoanalytischen Fachgesellschaften DGAP, DGIP, DPG und DPV sowie die Fachgesellschaft für die Mitglieder der 17 Freien Institute und vereint psychologische und ärztliche Psychoanalytiker unter einem Dach. Sie versteht sich als wissenschaftliche Fachgesellschaft und Berufsverband zugleich und dient der Pflege, Weiterentwicklung und Verbreitung der Psychoanalyse. (Homepage)

Deutsche Ärztliche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DÄVT)

Die Deutsche Ärztliche Gesellschaft für Verhaltenstherapie ist ein Fachverband, in dem sich verhaltenstherapeutisch ausgebildete und verhaltenstherapeutisch tätige Ärzte zusammengeschlossen haben. Die DÄVT wirkt in allen wesentlichen Fragen, die die ärztliche Ausbildung, Weiterbildung und Zulassung betreffen, mit. (Homepage)

Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation (DGVM)

Die Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation ist eine wissenschaftliche interdisziplinäre Fachgesellschaft. Schwerpunkte liegen in der Erforschung des Zusammenwirkens biologischer, psychologischer und sozialer Aspekte bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten sowie die Entwicklung und wissenschaftliche Fundierung von Behandlungsmethoden, die auf verhaltensmedizinischen Kenntnissen aufbauen. (Homepage)

Akademie für Ethik in der Medizin (AEM)

Die 1986 gegründete Akademie für Ethik in der Medizin ist eine interdisziplinäre und interprofessionelle medizinethische Fachgesellschaft. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, den öffentlichen wie auch den wissenschaftlichen Diskurs über ethische Fragen in der Medizin, der Pflege und im Gesundheitswesen zu fördern. (Homepage)

Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP)

Die Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie ist die Fachgesellschaft der in der Schweiz tätigen Fachärzte und -ärztinnen für Psychiatrie und Psychotherapie. In der SGPP sind alle kantonalen Psychiatervereinigungen und angegliederte fachspezifische Gesellschaften organisiert. Sie versteht sich als führende Vertreterin des Faches Psychiatrie und Psychotherapie in Politik und Öffentlichkeit. (Homepage)

Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat ihren Sitz in Berlin und ist die Arbeitsgemeinschaft der Landeskammern der Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Der Zweck der BPtK ist der ständige Erfahrungsaustausch unter den Psychotherapeutenkammern, die gegenseitige Abstimmung ihrer Ziele und Tätigkeiten und die gemeinsame Vertretung ihrer Anliegen. (Homepage)

Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN)

Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte e.V. ist die berufspolitische Vertretung der niedergelassenen Nervenärzte, Neurologen und Psychiater/Psychotherapeuten in Deutschland. Der Verband engagiert sich nachhaltig für die qualifizierte ambulante neuro-psychiatrische Patientenversorgung durch niedergelassene Fachärzte sowie für die Umsetzung der wirtschaftlichen und politischen Interessen und die fachliche Fortbildung seiner Mitglieder. (Homepage)

Berufsverband Deutscher Psychiater  (BVDP)

Der Berufsverband der Deutschen Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie vertritt ein Leitbild des Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie, das sich für die Gesamtheit psychischer und psychosomatischer Störungen verantwortlich sieht. Der psychisch kranke Mensch steht dabei mit der Entstehungsgeschichte seiner Erkrankung und seiner Person im Mittelpunkt. Die gleiche Fürsorge und Behandlungsauffassung wie bei somatisch Erkrankten ist dabei eine Selbstverständlichkeit. (Homepage)

Beteiligte Personen

Die folgenden Personen sind am Entwicklungsprozess der AWMF-Leitlinie Geschlechtsdyphorie beteiligt.

Michael Berner

Prof. Dr. Michael Berner ist Mandatsträger des Referats Sexualmedizin der DGPPN.

Peer Briken

Prof. Dr. Peer Briken ist Mandatsträger des Referats Sexualmedizin der DGPPN. Er ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Forensische Psychiatrie und erster Vorsitzender der DGfS. Er ist Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sowie Sprecher des Interdisziplinären Transgender Versorgungscentrum Hamburg. Er koordiniert die ICD-11 field trials zu ausgewählten Bereichen mit Bezug zu Sexualität und Geschlecht für Deutschland und leitet mehrere Forschungsprojekte, u.a. zur psychotherapeutischen und pharmakologischen Behandlung von Menschen, die Sexualstraftaten begangen haben.

Werner Ettmeier

Dr. Werner Ettmeier ist Mandatsträger der DÄVT. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Sexualmediziner und Verhaltenstherapeut. Er ist niedergelassen mit einer Schwerpunktpraxis für transidente Menschen in München sowie Initiator und Moderator des Qualitätszirkels Transsexualität München. Er ist Mitglied der DGPPN, der DGfS und der Weiterbildungsakademie des Centrums für Integrative Therapie (CIP) in München.

David García

Dr. David Garcia Nuñez ist Mandatsträger der SGPP. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Sexualmediziner und Oberarzt an der psychiatrischen Poliklinik des Universitätsspitals Zürich. Dort übernimmt er die psychiatrische Leitung der interdisziplinären Sprechstunde für Sexualmedizin und für Gender-Dysphorie.

Dominik Groß

Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß ist Mandatsträger der AEM. Er absolvierte das Studium der Geschichte und Philosophie, der Zahnheilkunde und der Humanmedizin. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Medizinethik und Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH Aachen sowie Vorsitzender des Klinischen Ethik-Komitees des Universitätsklinikums Aachen.

Annette-Kathrin Güldenring

Annette-Kathrin Güldenring ist Mandatsträgerin des Referats Sexuelle Orientierung in Psychiatrie und Psychotherapie der DGPPN. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Westküstenklinikums in Heide, Schleswig-Holstein. Sie leitet dort die psychiatrische Institutsambulanz, die psychiatrisch-psychotherapeutische Tagesklinik und die sexualmedizinische Ambulanz. Im Rahmen der sexualmedizinischen Ambulanz führt sie u.a. begleitende psychotherapeutische Behandlungen für Menschen mit Geschlechtsidentitätskonflikten durch. Sie ist Mitglied des Vorstands der DGfS.

Mari Günther

Mari Günther nimmt als Trans*-Frau am Prozess der Leitlinienentwicklung teil. Sie ist systemische Therapeutin, Familientherapeutin und Dipl.-Gemeindepädagogin. Sie hat das Beratungs- und Betreuungsangebot QUEER LEBEN aufgebaut und dort die fachliche Leitung inne. QUEER LEBEN bietet sozialpädagogische Begleitung von trans- und intergeschlechtlichen und gendervarianten Kindern und Jugendlichen mit ihren Familien im Rahmen der Jugendhilfe und trans- und intergeschlechtlichen Erwachsenen und ihren Angehörigen im Rahmen der Eingliederungshilfe. Sie hat den interdisziplinären Qualitätszirkels „Trans- und Intergeschlechtlichkeit“ Berlin für Psychotherapeut_innen, Psychiater_innen, Sozialpädagog_innen, Gutachter_innen, Endokrinolog_innen, Chirurg_innen, Richter_innen seit 2010 mitaufgebaut. Sie ist Mitglied im Fachbeirat der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Josefine Lorenzen

Dr. Josefine Lorenzen ist Mandatsträgerin der DGPT. Sie ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Diplom-Psychologin und Psychoanalytikerin. Sie arbeitet niedergelassen in eigener Praxis in Düsseldorf. Zusammen mit Dr. Hagen Löwenberg hat sie in Essen 1998 den interdisziplinären Qualitätszirkel Transsexualität gegründet.

Hagen Löwenberg

Dr. Hagen Löwenberg ist Mandatsträger der DGPM. Er ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und niedergelassen in eigener Praxis in Mühlheim an der Ruhr. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Arbeit mit transidenten Patienten, Psychodermatologie, Psychoonkologie und Psychotherapie mit Migranten. Er hat zusammen mit Dr. Josefine Lorenzen in Essen 1998 den interdisziplinären Qualitätszirkel Transsexualität gegründet. Er ist Mitglied im  Deutschen Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM) und der World Professional Association for Transgender Health (WPATH).

Lieselotte Mahler

Dr. Lieselotte Mahler ist Mandatsträgerin des Referats Sexuelle Orientierung in Psychiatrie und Psychotherapie der DGPPN, das sie zusammen mit Prof. Götz Mundle gründete. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und tiefenpsychologische Psychotherapeutin. Sie arbeitet als Oberärztin auf der Allgemeinpsychiatrischen Akutstation sowie in der gerontopsychiatrischen und -psychotherapeutischen Tagesklinik der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité Berlin.

Timo O. Nieder

Dr. Timo O. Nieder ist Mandatsträger der DGfS und übernimmt gemeinsam mit Prof. Dr. Bernhard Strauß den Vorsitz der Leitliniengruppe. Er ist Psychologischer Psychotherapeut, Verhaltens- und  Sexualtherapeut (DGfS) sowie EFS/ESSMcertified Psycho-Sexologist (ECPS). Am Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf leitet er die Spezialambulanz für Sexuelle Gesundheit und Transgender-Versorgung, ist stellv. Sprecher des Interdisziplinären Transgender Versorgungscentrum Hamburg und Koordinator für Lehre am Institut. Er beteiligt sich am European Network for the Investigation of Gender Incongruence (ENIGI). Er ist Mitglied der World Professional Association for Transgender Health (WPATH) und Gründungsmitglied der European Professional Association for Transgender Health (EPATH).

Wilhelm F. Preuss

Dr. Wilhelm F. Preuss ist Mitglied der DGfS. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychotherapeutische Medizin und Sexualtherapeut. Er arbeit seit vielen Jahren schwerpunktmäßig in der Versorgung erwachsener Transgender am Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Er ist Mitautor der „Standards zur Behandlung und Begutachtung Transsexueller“, Mitbegründer der „Interdisziplinären Sprechstunde für Kinder und Jugendliche mit Problemen der Geschlechtsidentität“ am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und  Initiator des Qualitätszirkels „Interdisziplinäre Behandlung der Geschlechtsdysphorie“ Hamburg.

Hertha Richter-Appelt

Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt ist Mandatsträgerin der BPtK. Sie ist Psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin. Sie war stellvertretende Direktorin am Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und leitete dort die Forschergruppe Sexualität und Geschlecht. Sie ist zweite Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) und Mitglied der World Professional Association for Transgender Health (WPATH).

Arn Sauer

Arn Sauer nimmt seit Juli 2016 als Nachfolger von Christian Schenk teil, der sich zuvor als Trans*-Mann am Prozess der Leitlinienentwicklung beteiligt hat. Arn Sauer betreibt Peer-Forschung zu Themen der Geschlechtsidentität sowie Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsforschung. Er hat Geschichtswissenschaften und Politologie (M.A.) an der Humboldt Universität zu Berlin studiert und das Zertifikat für Frauen- und Geschlechterforschung der Technischen Universität Berlin erworben. Er befindet sich im Promotionsverfahren zu internationalen Instrumenten der gleichstellungsorientierten Folgenabschätzung am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt Universität zu Berlin.

Kurt Seikowski

PD Dr. Kurt Seikowski ist Mandatsträger der GSW, deren Vorsitzender er ist. Er ist Psychologischer Psychotherapeut und arbeitet an der der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Dort betreut er transsexuelle Menschen. Seit 2008 ist er Sprecher für die theoretische Grundlagenausbildung des Instituts für Psychologische Therapie e.V. (IPT).

Stefan Siegel

Dr. Stefan Siegel hat als Mitglied der DGSMTW das Mandat von Hr. Prof. H. Bosinski, Kiel übernommen. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Sexualmediziner und arbeitet in der Hochschulambulanz des Instituts für Sexualmedizin und Sexualwissenschaften der Charite Universitätsmedizin Berlin.

Bernhard Strauß

Prof. Dr. Bernhard Strauß ist Mandatsträger der DGfS, des DKPM und der DGMP und übernimmt gemeinsam mit Dr. Timo O. Nieder den Vorsitz der Leitliniengruppe. Er ist Psychologischer Psychotherapeut und Psychoanalytiker und Vertreter der Fächer Medizinische Psychologie, Medizinische Soziologie und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena, dort Direktor des Instituts für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie. Außerdem ist er Past President des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM) und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP), und derzeit President der Society for Psychotherapy Research (SPR).

Christian Vogel

Dr. Christian Vogel ist Mandatsträger des BVDN und des BVDP. Er ist Facharzt für Psychiatrie sowie für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker und Sexualmediziner. Derzeit tätig als Psychiater und Psychotherapeut sowie freier Sachverständiger in eigener Praxis in München. Außerdem ist er Referatsleiter für Forensik und Gutachten im Berufsverband der Nervenärzte, Neurologen und Psychiater (BVDN). Seit Jahren begleitet und begutachtet er im Rahmen des sexualmedizinischen Schwerpunkts seiner Praxis transsexuelle Patient_innen.

Katharina Woellert

Dr. Katharina Woellert ist Mandatsträgerin der AEM. Sie ist Beauftragte für Klinische Ethik und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte sind ethische Konfliktfelder im Zusammenhang mit Transsexualität und Intersexualität. Daneben beschäftigt sie sich mit dem Umgang mit ethischen Konflikten im Klinikalltag, mit Sexualitätsdiskursen und ethischen Fragen der Reproduktionsmedizin.