Die Leitlinie orientiert sich an den Kriterien der Diagnose Gender Dysphoria aus der fünften Auflage des von der American Psychiatric Association (APA 2013) herausgegebenen Klassifikationssystems, dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM).

Ziel der Leitlinie

Die Leitlinienentwicklung verfolgt  das Ziel dazu beizutragen, dass sich ein Zuwachs an medizinischer Entscheidungssicherheit und Schutz vor willkürlicher Behandlung etabliert, dass die Flexibilität unter Bezugnahme auf individuelle und situative Bedürfnisse im Behandlungsprozess zunimmt und dass sich ein Klima des Vertrauens zwischen den Behandlungssuchenden und den Akteuren der Gesundheitsversorgung entwickelt.

Stufenklassifikation

Die Leitlinie Geschlechtsdysphorie soll nach dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) die Anforderungen einer S3-Leitlinie erfüllen. Die Leitlinienentwicklung basiert somit auf drei wesentlichen Elementen, nämlich der systematischen Evidenzbasierung, der Repräsentativität des Leitliniengremiums und der strukturierte Konsensfindung.

Beteiligung von Interessensgruppen

Im Anschluss an erfolglose Versuche, offizielle Trans*-Vertreter_innen zu beteiligen, wurde innerhalb der Leitliniengruppe beschlossen, sowohl zwei für den Trans*-Bereich nicht-repräsentative Trans*-Personen stimmberechtigt zu beteiligen als auch ein System möglichst repräsentativer Anhörungen von Vertreter_innen der bestehenden Selbsthilfegruppen einzuführen. Das Ergebnis der Anhörungen wurde innerhalb der Leitliniengruppe diskutiert und findet Eingang in die Entwicklung der klinisch-relevanten Fragestellungen

Weiterer Verlauf (Literaturrecherche, Evidenzbewertung und Konsensverfahren)

Um den weiteren Verlauf der Leitlinienentwicklung zu vereinfachen und zu strukturieren wurde eine Steuergruppe gegründet, deren Aufgabe aus einer systematischen Literaturrecherche, der dokumentierten Auswahl der empirischen Literatur und der Bewertung der Evidenz besteht. Die Literaturrecherche wird nach dem von der AWMF vorgegebenen Verfahren durchgeführt (s. Deutsches Cochrane-Zentrum: www.cochrane.de). Gesucht wird in elektronischen Datenbanken wie Medline, Embase, der Cochrane Library, PsycInfo und Weiteren.