Liebe Kolleg*innen, Freund*innen, Neugierige, Interessierte,

ab 2021 laden wir am jeweils am ersten Donnerstag im Monat zu Begegnung und Gespräch rund um aktuelle Fragen der Sexualität. Online über Zoom. Gemeinsam wollen wir Spannendes entdecken, uns intensiv austauschen, über den klinischen und wissenschaftlichen Tellerrand hinausschauen und vor allem: miteinander in Kontakt bleiben!

Wir lauschen Lesungen, schauen Filme, sprechen mit Expert*innen, sehen vertraute Gesichter und schließen neue Bekanntschaften. Mal mit größerem Publikum und mal in kleiner, persönlicher Runde treffen wir uns zunächst, für die ersten Termine, kostenfrei.

Wir freuen uns, Sie und Euch wiederzusehen oder kennenzulernen!

Der Fort- und Weiterbildungs-Ausschuss

Bevorstehende Veranstaltungen

Digitaler Donnerstag am 06.05.2021, 20:00 Uhr:

Sexarbeit zwischen Mythen und Realität

Über Sexarbeit gibt es viele Mythen und Vorurteile. Diese beeinflussen im erheblichen Sinne die politische und mediale Diskussion. Auch haben sie Einfluss auf die Ausgestaltung von Gesetzestexten und führen zu einer nicht zu vernachlässigenden Stigmatisierung von Sexarbeiter_innen. Stigmatisierung erzeugt Scham für die Betroffenen und verringert deren Selbstwertschätzung. Sie hindert Sexarbeiter_innen daran, mit Selbstvertrauen eine (berufliche) Identität aufzubauen. Mangelndes Selbstvertrauen und (berufliche) Identitätsprobleme machen sie wiederum anfälliger für (psychische) Abhängigkeitsverhältnisse und (psychische sowie finanzielle) Ausbeutung.

Im Gespräch mit der Sexualwissenschaftlerin Harriet Langanke und der Sexarbeiterin Daria Oniér wird Dr. Jörg Signerski-Krieger einige Mythen und Vorurteile an der Schnittstelle von Sexualität und Kommerzialität kritisch hinterfragen und mit ihnen Fragen und Beiträge aus dem Publikum diskutieren.

Dauer: ca. 120 Minuten

Anmeldung und Teilnahmegebühr

Nicht-DGfS-Mitglieder: 15 Euro
DGfS-Mitglieder: 10 Euro

Bitte melden Sie sich über das folgende Anmeldeformular an und überweisen Sie die für Sie zutreffende Teilnahmegebühr auf das Konto der DGfS.  Sie gelten als angemeldet, sobald das Geld auf unserem Konto eingegangen ist. Die Anmeldegebühr kann bei teilnehmerseitigen Absagen leider nicht rückerstattet werden. Sollten Sie verhindert sein, können Sie Ihren Link aber an eine andere Person weitergeben, müssen dieses aber unter Angabe des Namens bei unserem Administrator anmelden.

Konto: IBAN  DE08 3006 0601 0002 8301 83         BIC  DAAEDEDDXXX

Bitte geben Sie als Verwendungszweck Ihren Namen („Vorname Nachname“) und „DD Mai“ an.

Bitte beachten Sie: Anmeldeschluss ist der 26. April, spätester Geldeingang ist der 27. April. Später eingehende Anmeldungen, auch Anfragen per E-Mail, können aus organisatorischen Gründen leider nicht berücksichtigt werden.

 

    Nachname

    Vorname

    Ihre E-Mail-Adresse

    Einheitliche Fortbildungsnummer (EFN) falls zutreffend

    Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung?
    JaNein

    Ich möchte mich für folgende Termine anmelden:
    6. Mai 2021: Sexarbeit zwischen Mythen und Realität

    Ich bin...
    Psychotherapeut*inPsychiater*inBerater*inanderer Beruf

    Ich überweise die Teilnahmegebühr in Höhe von...
    ... 15,- Euro für Nicht-Mitglieder... 10,- Euro für Mitglieder

     

    Digitaler Donnerstag am 01.04.2021, 20:00 Uhr:

    BDSM in der Therapie

    Inhalt: Inhalt: BDSM steht für Bondage, Discipline/Dominance, Sadism/Submission und Masochism, also Fesselung, Disziplin/ Herrschaft, Sadismus/Unterwerfung und Masochismus. Der Begriff ‘Kink’ wird oft als Synonym verwendet und steht für sexuelle Identitäten, Verhaltensweisen und Interessen, die von der Mehrheitsgesellschaft meistens nicht akzeptiert werden.

    Auch im Gesundheitssektor stoßen Menschen, die BDSM praktizieren, oft auf Unwissen, Befremden oder urteilende Haltungen.  BDSM ist aber für viele ein guter Weg, sich sexuell auszudrücken. Es kann – wie andere Formen von ‘Queerness‘ – dazu dienen, sowohl das Narrativ über die ‚Natürlichkeit‘ sexueller Interessen und Handlung als auch die normativen Verbindungen zwischen sexuellen Handlungen und der Stabilität sexueller Identität und Orientierung aufzulösen.

    Die international tätige Psychologin Karina Kehlet Lins wird uns bei dieser Veranstaltung eine Einführung vor allem aus therapeutischer Sicht in die Thematik geben. Dieser Abend soll helfen, Unwissen und Vorurteile abzubauen und Menschen, die BDSM praktizieren, einen niedrigschwelligen und nicht pathologisierenden Zugang zum Gesundheitssystem zu ermöglichen. Alle, die sich für das Thema interessieren, sind herzlich eingeladen.

    Person: Karina Kehlet Lins, Dipl.-Psych., Paar- und Sexualtherapeutin, Lehrtherapeutin für Systemische Therapie. Bücher: ‘Sprechen über Sex’, ‘Einführung in die systemische Sexualtherapie’ (Carl-Auer Verlag), www.karinalins.com

    Teilnahmegebühr:

    Nicht-DGfS-Mitglieder: 15 Euro
    DGfS-Mitglieder: 10 Euro

    Anmeldeschluss war der 26. März. Es sind leider keine Anmeldungen mehr möglich.

     

    Vergangene Veranstaltungen

     

    Digitaler Donnerstag am 04.03.2021:

    Filmabend „Kopfplatzen“ mit Hauptdarsteller Max Riemelt im Gespräch.

    Deutschland, 2019, 99 Minuten, deutsche Originalfassung, FSK 16
    © salzgeber

    Willkommen zu unserem ersten digitalen Filmabend! Auftakt gibt der Spielfilm „Kopfplatzen“ (FSK 16), in dem der Schauspieler Max Riemelt auf beeindruckende Art und Weise den pädosexuellen Protagonisten Markus darstellt. Markus ist 29, Single und Architekt. Was niemand von ihm weiß: Körper von kleinen Jungen erregen ihn sexuell. Er hasst sich dafür und kämpft jeden Tag gegen sein Verlangen an. Als die alleinerziehende Mutter Jessica mit ihrem achtjährigen Sohn Arthur in die Nachbarwohnung einzieht, verliebt sie sich in den hilfsbereiten Markus und eine tragische Entwicklung nimmt ihren Lauf. Weitere Informationen zum Film + Trailer unter salzgeber.de/Kopfplatzen

    Programm

    • 18:00 Uhr: Begrüßung (über Zoom), anschließend Filmschauen (über vimeo; wer nicht die Möglichkeit hat, bereits um 18:00 Uhr teilzunehmen, kann den Film auch in der Woche vor der Veranstaltung anschauen und um 20:00 Uhr zur Diskussion dazukommen)
    • 20:00 Uhr: Plenum (Zoom) und Austausch in Kleingruppen. Gelegenheit, Kolleg*innen zu begegnen und ggf. Fragen an den Hauptdarsteller Max Riemelt zu formulieren
    • 20:30 bis 21:30 Uhr: Gespräch mit Max Riemelt. Die Psychotherapeut*innen Dr. Reinhardt Kleber und Dipl.-Psych. Annika Flöter diskutieren mit dem Hauptdarsteller des Films und beziehen Fragen des Publikums mit ein. Dabei geht es um die filmische Darstellung von Pädosexualität und der therapeutischen Arbeit mit pädosexuellen Menschen sowie die Ambivalenzen, die das Thema bei den Beteiligten auslöst. Wie erlebte Herr Riemelt die Arbeit am Film und die Reaktionen auf seine Rolle? Wie geht es uns Therapeut*innen mit diesem filmischen Zugang zur Innenwelt des Protagonisten – und mit den vermeintlichen Lösungsmöglichkeiten, die der Film anbietet?

     

    Digitaler Donnerstag am 04.02.2021:

    „Dann kannst du tun mit mir, was ich will … Ein differenzierungsorientierter Blick auf Paare und ihre sexuellen Probleme“

    Zielgruppe der Veranstaltung: Sexualtherapeut*innen und Sexualberater*innen, Ärzt*innen

    Inhalt: Da der größte Teil sexueller Begegnungen in verbindlichen Beziehungen stattfindet, können wir davon ausgehen, dass auch ein großer Teil von sexuellen Problemen dort auftritt. Die Wechselwirkungen von Beziehungsdynamik und Beziehungssexualität spüren sowohl Paar- als auch Sexualtherapeut:innen. Und sie machen die Arbeit nicht unbedingt leichter! Differenzierung ist ein Konzept der systemischen Familientherapie und geht auf Murray Bowen zurück. David Schnarch entwickelte auf dieser Basis seine Crucible® Paartherapie als Synthese von Paar- und Sexualtherapie. Berit Brockhausen zeigt, wie die differenzierungsbasierte Perspektive auf Paarbeziehung und Sex das Vorgehen in der Therapie beeinflusst, welche Schwerpunkte gesetzt werden und wie mit typischen Schwierigkeiten umgegangen wird. Sie stellt die wichtigen Elemente und Interventionen dieses Ansatzes praxistauglich vor.

    Person: Berit Brockhausen, approbierte psychologische Psychotherapeutin, arbeitet seit 1985 in der Paar- und Sexualberatung/-therapie, seit 2007 ausschließlich mit Paaren. Sie ist Autorin mehrerer Ratgeber (u.a. „Guter Sex geht anders“, Humboldtverlag), Supervisorin der DGfS und Dozentin für Paartherapie (u.a. für die DGVT)

    Beginn 20.00 Uhr, Dauer: ca. 135 min. 

    Angesichts der großen Nachfrage haben wir einen Zusatztermin für die Veranstaltung mit Berit Brockhausen organisiert. Dieser fand am Dienstag, den 09.02.2021 um 20 Uhr statt. 

     

    Digitaler Donnerstag am 07.01.2021:

    Lesung „Sie hat Bock“ mit Katja Lewina

    Was ist sexistisch an unserem Sex? Katja Lewina hat Bock, und sie schreibt darüber. Wäre sie ein Mann, wäre das kein Ding. So aber ist sie: »Schlampe«, »Nutte«, »Fotze«, »Hoe« … Seit #metoo werden die Rufe nach der potenten Frau laut und lauter. Aber hat eine, die ihr sexuelles Potenzial jenseits von »stets glatt rasiert und gefügig« lebt, in unserer Gesellschaft tatsächlich einen Platz? Lewina führt die Debatte über weibliches Begehren fort und erforscht entlang ihrer eigenen erotischen Biografie, wie viel Sexismus in unserem Sex steckt. Kindliche Masturbation, Gynäkolog*innenbesuche, Porno-Vorlieben oder Fake-Orgasmen: Kein Thema ist ihr zu intim. Und nichts davon so individuell, wie wir gern glauben. Aber die Krusten unserer Sozialisation lassen sich abkratzen! Und so ist ›Sie hat Bock‹ mehr Empowerment als Anprangern, mehr Anleitung zur Potenz als Opferdenke. Denn nach der Wahrnehmung von Ungerechtigkeiten und Tabus ist es an der Zeit, den Weg zur Selbstermächtigung einzuschlagen.

    Katja Lewina studierte Slavistik, Literatur- und Religionswissenschaften und schreibt heute als Journalistin zum Thema Sex u. a. für die Süddeutsche, ZEIT ONLINE, Deutschlandfunk Nova, Brigitte, Emotion, VICE und den Playboy. Ihr entwaffnend ehrliches Buch „Sie hat Bock“ kletterte nach der Veröffentlichung in die Spiegel Bestsellerliste und hat eine neue feministische Diskussion über weibliche Lust und Sexualität angestoßen.

    Beginn 20.00 Uhr, Dauer: ca. 120 min.