Zeitschrift für Sexualforschung in neuem Gewand

Mit Heft 1/2019 erscheint die Zeitschrift für Sexualforschung in einem neuen Design. Bisher wurde sie im rot-weißen Layout publiziert, das noch aus der Zeit ihres Erscheinens im Ferdinand Enke Verlag übernommen wurde. Mit der ersten Ausgabe dieses Jahres erhält nun auch die Zeitschrift für Sexualforschung das einheitliche weiß-blaue Layout des Georg Thieme Verlags. Die Herausgebenden schreiben dazu im Editorial des aktuellen Hefts:

„Seit 1988 gibt es die ‚Zeitschrift für Sexualforschung‘ (ZfS). Sie erscheint seit 1999 im Georg Thieme Verlag, in den frühen Jahren wurde sie im Ferdinand Enke Verlag verlegt. Es war die ursprüngliche Intention der Herausgebenden, mit der neuen Zeitschrift an eine deutschsprachige sexualwissenschaftliche Tradition anzuschließen, die 1933 von den Nationalsozialisten gewaltsam unterbrochen worden war. Sie sollte eine Plattform für gesellschaftswissenschaftliche, klinische und sexualpolitische Beiträge mit einer emanzipatorischen Ausrichtung werden (zeitweise war der Titel ‚Zeitschrift für Sexualwissenschaft und Sexualpolitik‘ im Gespräch). Das rot-weiße Layout und das handliche Format stammen aus dieser Zeit und stehen für den politischen Anspruch, die Interdisziplinarität mit der Verbindung zu den Kultur- und Sozialwissenschaften und die Idee der Lesefreundlichkeit.

Nun haben sich die Herausgebenden und der Thieme Verlag für ein neues Format entschieden, und das gilt es zunächst einmal auszuhalten – uns geht es da nicht anders. Aber das neue Gewand ist auch ein Ausdruck davon, dass die Zeitschrift sich entwickelt: Tempora mutantur et nos mutamur in illis – die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen. Durch das neue Layout halten wir Schritt mit internationalen Wissenschaftsstandards und betonen die Nähe zur Medizin und die Zugehörigkeit zu einem der renommiertesten und international bedeutendsten Medizinverlage, den man durch sein traditionell blau-weißes Gewand schon von weitem erkennen kann.

Die Medizin als Ort einer sich interdisziplinär und kritisch verstehenden Sexualwissenschaft ist problematisch – aber das ist durch ein Gewand auch nicht zu ändern oder gar zu verdecken. Kritiker_innen eines klinischen Mainstreams und Vertreter_innen der kritischen Sexualwissenschaft, wie die Gründer der Zeitschrift, kamen aus den medizinischen Fakultäten. Die Fachgesellschaft, deren Organ die Zeitschrift ist, ist (allerdings sicher nicht ausschließlich) auch eine medizinische Fachgesellschaft. Viele Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) sind therapeutisch oder klinisch tätig, interessieren sich für klinisch-sexualwissenschaftliche Themen, lassen sich durch Praxisbeiträge bereichern, aber auch durch Themen jenseits von Therapie und Medizin gerne irritieren oder informieren.“

Lesen Sie das komplette Editorial in Heft 1/2019 oder (mit entsprechender Lizenz) hier online.